Aufnahmekriterien - Indikationsspektrum

Die maßgebliche Einweisungsdiagnose entstammt dem Indikationsspektrum der F-Diagnosen der ICD 10 entsprechend dem stationären psychosomatischen, somatopsychischen bwz. psychotherapeutischen Behandlungsbedarf.

Somatische Krankheitsbilder mit relevantem psychotherapeutischem Mitbehandlungsbedarf werden gemäß ICD F 54 + aufgenommen.

„Sonstige“ (.8) oder „nicht näher bezeichnete“ (.9) Diagnosen benötigen eine Spezifizierung, sind für eine Einweisung zu ungenau.

Klassische Indikationen

Depression F32 - F34, (F38)
Depressive Episoden F32.1, F32.2
Rezidivierende depressive Störungen F33.1, F33.2, F33.4
Affektive Störungen (F38), F34.0
Neurotische Depression F34.1
Somatoforme Störungen F 45
Somatisierungsstörungen F 45.0
Hypochondrie F 45.2
Somatoforme autonome Organfunktionsstörungen F 45.3 (mit entsprechender Differenzierung)
Herzangstsyndrom F 45.3
Somatoforme Schmerzstörungen F 45.4
Angsterkrankungen F 41
Panikstörungen F 41.0
<strong>Phobische Störungen</strong> <strong>F 40</strong>
Soziale Phobie, Agoraphobie, Klaustrophobie, Erythrophobie, Carcinophobie usw. F 40.0 - 40.2
<strong>Essstörungen</strong> <strong>F 50</strong>
Anorexia nervosa (Magersucht) F 50.0
Bulimia nervosa (Ess-Brechsucht) F 50.2
Psychogene Essattacken F 50.4
Psychische/Psychovegetative Funktionsstörungen F 51 - F 52
nichtorganische Schlafstörungen F 51
nichtorganische sexuelle Funktionsstörungen F 52
Psychologische Faktoren bei sonstiger Krankheit F 54

Spezielle Fragestellungen

Reaktion auf Belastungen und Anpassungsstörungen
Entwicklungen durch phathologischen Stress in Konfliktsituationen Beziehung, Beruf, Familie, Krankheitsverarbeitung wie z.B.
Akute Belastungsreaktion
Anpassungsstörung
Trauerreaktion
Psychogene Erregungszustände
Posttraumatische Störungen nach sexuellen Traumata, Unfällen, Gewalterfahrung, psychischen Schocksituationen, ungewöhnlichen Trauersituationen, ggf. Kriegserlebnissen (nach Vorberatung zwischen Einweisern und Clearingärztin/Aufnahmearzt)
Spezifische Persönlichkeitsstörungen
Konflikt-focussierbare, psychische Dekompensation bei zusätzlich strukturell gestörten Patienten (ggf. nach Vorgespräch)
Dissoziative Störungen, Konversionsstörung, psychogene Körperstörung
Belastungsreaktionen und Reifungskrisen in Zusammenhang mit der sexuellen Identität
Somato-psychische Mischbilder mit erhöhtem Behandlungsbedarf

Indikationen für körperliche Erkrankungen

Psychisch beeinflussbare körperliche Erkrankungen wie F 54 +
Neurodermitis
Psoriasis
Psychisch beeinflussbare Allergien
Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa)
Ulcus ventriculi et duodeni
Migräne, Psychosomatischer Kopfschmerz
Psychosomatische Rücken- und Gelenkschmerzen
FMS, CFS
Tinnitus
Essentielle Hypertonie
Hyperthyreose
Unterstützung bei der psychischen Verarbeitung schwerer oder langwieriger Erkrankungen mit seelischen Auswirkungen wie beispielsweise MS, Krebserkrankungen, Diabetes mellitus, chronisches Gelenkrheuma
<strong>Hinweis:</strong> Zu gesicherten Diagnosen bitte Vorbefunde mitgeben, um Mehrfachabklärung zu vermeiden.

Akut-Psychosomatik

Spezielle Indikationen gelten für die 14 Tage dauernde Behandlungsphase in der Akutpsychosomatik (Behandlungsbereich I)

Kontraindikationen

Ausgeschlossen sind die Störungsgruppen mit vorwiegend typisch psychiatrischem Behandlungsbedarf, das sind F0 (organisch-psychische Störungen durch psychotrope Substanzen), F20 (Schizophrenie), F30 (manische Episode), F31 (aktive bipolare Störungen), F53 (psychische Störungen im Wochenbett) und F7 Intelligenzminderung.

Patienten mit sehr hilfsbedürftiger körperlicher Behinderung und intensiver Pflegebedürftigkeit sowie andauernder Bettlägerigkeit sollten über ihre einweisenden Ärzte im Vorfeld Kontakt mit uns aufnehmen.

Von Patienten/-innen mit Essstörungen erwarten wir ein Gewicht, das einem BMI (Body-Maß-Index) von mindestens 14 entspricht. Bei Unterschreiten des Mindestgewichtes wird die Therapie ggf. unterbrochen bzw. beendet.

Sie können die Indikationen (PDF) auch hier laden.